Fotos für Amazon: Anforderungen und Best Practices
- Fotoprostudio
- vor 3 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Auf Amazon zählt das Bild alles
Auf Amazon kann dein Produkt nicht berührt, ausprobiert oder gerochen werden – es wird nur gesehen. Deshalb ist Fotografie kein Zubehör: Sie ist dein Schaufenster, dein Verkäufer und dein erstes Verkaufsargument. Wenn die Bilder nicht in Millisekunden überzeugen, verlierst du die Aufmerksamkeit des Kunden … und den Verkauf.
Dieser Beitrag behandelt nicht nur die technischen Anforderungen von Amazon. Wir zeigen auch die häufigsten Fehler, was wirklich bestraft wird und was führende Marken bereits tun, um sich visuell im Amazon-Dschungel hervorzuheben.
1. Hauptbild: reiner weißer Hintergrund, keine Ausreden
Amazon macht es klar: Das Hauptbild muss ausschließlich das Produkt auf weißem Hintergrund (#FFFFFF) zeigen, ohne nicht enthaltenes Zubehör, ohne Text oder Logos, ohne Wasserzeichen und ohne kreative Retuschen. Es sollte mindestens 85 % des Rahmens einnehmen.
Empfohlene Abmessungen:
Minimum: 1000 px pro Seite (empfohlen: 2000 px oder mehr)
Seitenverhältnis: quadratisch oder 5:4
Häufiger Fehler: Ein Bild mit „fast weißem“ oder hellgrauem Hintergrund hochzuladen. Amazon erkennt dies als nicht konform und kann die Veröffentlichung blockieren.
2. Mindestens 6 Bilder pro Produkt (und wenn möglich, 7)
Amazon erlaubt es, bis zu 9 Bilder pro Produkt hochzuladen, von denen 7 in der Hauptgalerie sichtbar sind. Sie alle zu nutzen, ist nicht optional – es ist strategisch.
Empfohlene Struktur:
Hauptbild
Rück- oder Seitenansicht
Detailaufnahmen von Material oder Verarbeitung
Produkt im Einsatz (Lifestyle)
Maßstabsvergleich (Größe relativ)
Hervorgehobene Vorteile oder Schlüsselfunktionen
Abgrenzung gegenüber der Konkurrenz
Nützlicher Tipp: Produkte mit mehr als 5 Bildern erzielen laut internen Amazon-Daten bis zu 30 % höhere Konversionsraten.
3. Lifestyle-Fotografie: unverzichtbar (auch wenn nicht obligatorisch)
Auch wenn Amazon für das Hauptbild nur einen weißen Hintergrund verlangt, sind Lifestyle-Bilder – also das Produkt im Einsatz oder in einem realen Kontext – entscheidend, um Vertrauen zu schaffen, die tatsächliche Größe zu zeigen und Kaufwunsch zu wecken.
Tipp: Vermeide generische Stockfotos. Kunden merken sofort, wenn Bilder unecht oder wiederverwendet sind. Wenn möglich, organisiere ein echtes Shooting mit Personen, Händen und realen Orten. Authentizität verkauft.

4. Verwendung von Text und Grafiken: erlaubt, aber gezielt
In den sekundären Bildern kannst du Text, Icons, Infografiken oder erklärende Bulletpoints einfügen – aber mit Maß. Amazon straft visuelle Überladung ab.
Richtig gemacht:
Klare, gut lesbare Schriftarten verwenden.
Nicht zu viele Informationen auf einmal präsentieren.
Nur die wichtigsten Vorteile hervorheben (z. B. „100 % Bio-Baumwolle“ oder „30 Tage Akkulaufzeit“).
Vermeiden:
Vage Werbesprüche („Der Beste auf dem Markt“).
Überlagerter Text, der auf dem Handy schwer lesbar ist.
Logos oder Zertifikate ohne offizielle Anerkennung.
5. Ästhetische Kohärenz zwischen den Produkten deiner Marke
Wenn deine Bilder wie von unterschiedlichen Anbietern wirken, brichst du deine visuelle Identität. Amazon ist zwar ein Verkaufskanal, bietet aber gleichzeitig die Chance, dein Branding zu stärken.
Empfehlungen:
Verwende durchgehend denselben Hintergrund, denselben Beleuchtungsstil und denselben Aufnahmewinkel für dein gesamtes Sortiment.
Stimme Farben, Ränder und Retouching-Stil aufeinander ab.
So entsteht beim Kunden ein Eindruck von Professionalität und Vertrauen.
6. Technische Spezifikationen: Lass nichts dem Zufall überlassen
Amazon kann Bilder ablehnen, die die folgenden technischen Anforderungen nicht erfüllen:
Format: JPEG (bevorzugt), PNG oder TIFF.
Farbe: RGB (nicht CMYK).
Auflösung: 72 dpi oder höher.
Maximale Dateigröße: 10 MB.
Pro-Tipp: Stelle sicher, dass der Dateiname sauber ist (keine Sonderzeichen) und korrekt mit der SKU des Produkts verknüpft ist.
7. Vorsicht bei Überbearbeitung und Photoshop
Amazon verlangt realistische Bilder, keine Katalog-Renderings. Zu viel Nachbearbeitung kann zu negativen Bewertungen führen, wenn das Produkt nicht so aussieht wie auf dem Bild.
Ideal: Ein gutes Foto bereits beim Shooting machen und anschließend nur Helligkeit, Kontrast und Farben auf natürliche Weise anpassen.
Zu vermeiden:
Künstliche Glättungen
Unrealistisch gesättigte Farben
KI-“Halluzinationen”, die Texturen verzerren
8. Was passiert, wenn du die Vorgaben nicht einhältst? Strafen und Sperrungen
Amazon verhängt visuelle Sanktionen auf zwei Ebenen:
Soft Block: Das Bild wird automatisch abgelehnt und nicht veröffentlicht.
Hard Block: Das Listing wird inaktiv oder gelöscht. Wiederholte Verstöße können sogar zur Kontosperrung führen.
Außerdem kann dein organisches Ranking sinken, wenn deine Bilder nicht den Standards entsprechen oder negative Kennzahlen verursachen (Absprungrate, geringe Konversion, Retouren).
9. Fotos mit Modell: Wann ja, wann nein
Amazon erlaubt Bilder mit menschlichen Modellen, solange folgende Bedingungen erfüllt sind:
Das Modell verdeckt das Produkt nicht.
Keine anstößigen Gesten oder suggestiven Posen.
Gezeigte Kleidung muss zum Verkauf stehen (ohne fremde Accessoires).
Tipp: Besonders geeignet für Kleidung, Schuhe, Schmuck oder Artikel, bei denen die Körpergröße bzw. der Maßstab relevant ist. Solche Bilder erhöhen die Klickrate (CTR) und die Conversion.
10. Optimierung für Mobilgeräte: Über 70 % deiner Käufer nutzen sie
Mehr als 70 % des Amazon-Traffics kommt von Mobilgeräten. Das bedeutet, dass deine Bilder auch auf kleinen Bildschirmen gut erkennbar sein müssen.
Empfehlungen:
Verwende klare, nahaufgenommene Bildausschnitte.
Setze auf saubere Hintergründe und hohen Kontrast.
Achte darauf, dass hinzugefügter Text auch in Miniaturgröße lesbar ist.
Fazit: Verkaufen auf Amazon ist visuell. Alles andere ist Text
Du kannst das beste Produkt, den besten Preis und die besten Bewertungen haben. Aber wenn deine Bilder es nicht professionell präsentieren, wirst du den Verkauf verlieren.
In die Fotografie für Amazon zu investieren bedeutet nicht nur, Anforderungen zu erfüllen. Es bedeutet, den wettbewerbsintensivsten Verkaufskanal der Welt zu meistern. Und auf diesem Feld gilt: Wer die Bilder beherrscht, beherrscht den Verkauf.

















































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